Die Houthis, offiziell bekannt als Ansar Allah oder Ansarullah, sind eine Zaydi-revivalistische und schiitisch-islamistische politische und paramilitärische Organisation, die in den 1990er Jahren aus dem Jemen hervorging. Die Bewegung besteht überwiegend aus Zaydis, wobei ihre Führung weitgehend aus der Familie al-Houthi stammt. Sie wird vom Iran unterstützt und gilt weithin als Teil der vom Iran geführten Achse des Widerstands.
Geschichte und Regierungsführung
Unter der Führung des zayditischen Religionsführers Hussein al-Houthi entwickelten sich die Houthis zu einer Oppositionsbewegung gegen den jemenitischen Präsidenten Ali Abdullah Saleh, den sie der Korruption und der Unterstützung durch Saudi-Arabien und die Vereinigten Staaten beschuldigten. Im Jahr 2003 übernahm die Gruppe, beeinflusst von der Hisbollah, einen offiziellen Slogan gegen die Vereinigten Staaten, Israel und das jüdische Volk. Hussein al-Houthi wurde 2004 vom jemenitischen Militär in Saada getötet.
Im September 2014 verdrängten Houthi-Aufständische Präsident Abdrabbuh Mansur Hadi aus der Hauptstadt Sanaa. Seit Januar 2010, während des Houthi-Aufstands, übt die Gruppe de facto die Regierungsgewalt über bedeutende Teile des Nord- und Westjemen aus, einschließlich Sanaa. Ihre Verwaltung, der Oberste Politische Rat, agiert in Opposition zur international anerkannten Regierung des Jemen.
Konflikt und regionale Auswirkungen
Die Houthis sind ein zentraler Akteur im jemenitischen Bürgerkrieg. Eine von Saudi-Arabien geführte Militärintervention im Jahr 2015 zielte darauf ab, Hadis Regierung wiederherzustellen. Der Houthi-Saudi-Konflikt ist ein andauernder bewaffneter Konflikt zwischen Saudi-Arabien und Houthi-Kräften im Jemen und entlang der saudi-jemenitischen Grenze, einschließlich Teilen von Asir, Jazan und Najran in Saudi-Arabien sowie Saada, Al-Jawf und Hajjah im Jemen. Der Konflikt begann nach der von Saudi-Arabien geführten Intervention im Jahr 2015.
Die Rotes-Meer-Krise ist ein andauernder bewaffneter Konflikt und eine maritime Krise, die von den Houthis ausgelöst wurde. Die Gruppe begann, Raketen und bewaffnete Drohnen auf Israel als Reaktion auf den Gaza-Krieg abzufeuern, und hat Dutzende von Handels- und Marineschiffen im Roten Meer, insbesondere in der Bab-el-Mandeb, beschlagnahmt oder angegriffen. Diese Aktionen provozierten militärische Reaktionen von Israel, den Vereinigten Staaten und dem Vereinigten Königreich.
Im September 2026 starteten die Houthis eine Offensive gegen den von Saudi-Arabien unterstützten Präsidentschaftsrat, die international anerkannte Regierung des Jemen. Die Kämpfe fielen mit dem andauernden Iran-Krieg von 2026 zusammen und markierten die tödlichsten Kämpfe im Jemen seit dem Zusammenbruch des Waffenstillstands von 2022. Die Houthis eroberten Gebiete um die Bab-al-Mandab-Straße, wodurch der größte Teil der Westküste des Jemen unter ihre Kontrolle geriet.
Einstufung und Kritik
Die Gruppe hat weitverbreitete internationale Verurteilung für Menschenrechtsverletzungen auf sich gezogen, einschließlich der gezielten Tötung von Zivilisten und des Einsatzes von Kindersoldaten. Die Houthis werden von einigen Ländern als terroristische Organisation eingestuft. Der Konflikt im Jemen wird weithin als eine Front des Stellvertreterkriegs zwischen Iran und Saudi-Arabien angesehen.